10.10.2017

Wo sind nur meine Gedanken geblieben? - Aktuelles aus der Demenzforschung


Im Rahmen der Vortragsreihe „Ihre Gesundheit ist unser Fokus“ informiert die Klinik für Neurologie Betroffene und Interessierte am 19. Oktober um 18 Uhr im Krankenhaus Püttlingen über Demenzerkrankungen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Symptome und frühe Anzeichen sowie Ursachen und Umstände, die zur Entstehung der Krankheit beitragen. Dr. Jürgen Guldner, Chefarzt der Klinik für Neurologie, erläutert, wie die Erkrankung diagnostiziert wird, wie moderne Medikamente helfen können und welche Unterstützungsmöglichkeiten für Familien und Angehörige bereitstehen. Darüber hinaus erhalten die Besucher wertvolle Tipps im Umgang mit Demenzkranken.
 
Altersvergesslichkeit oder Alzheimer?
 
Die Alzheimer-Krankheit, die häufigste Demenzform, beginnt schleichend, mit ähnlichen Symptomen wie die typische im Alter häufig zunehmende Vergesslichkeit. Vor allem das Kurzzeitgedächtnis lässt nach, der Betroffene vergisst, wo er Dinge hingelegt hat, oder ihm fallen Namen von Personen oder Gegenständen dauerhaft nicht mehr ein. Auch fällt es zunehmend schwer, den gewohnten Tätigkeiten nachzugehen. Hinzu kommen Orientierungsschwierigkeiten, wobei oftmals die zeitliche und räumliche Orientierung beeinträchtigt ist.
 
Demenz rechtzeitig erkennen
 
Ob die Beschwerden eines Patienten auf eine Demenz hinweisen oder vielleicht doch durch andere Ursachen, wie Medikamente oder weitere Krankheiten ausgelöst werden, lässt sich durch eine genaue neurologische Untersuchung, die eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte, eine Testdiagnostik sowie gegebenenfalls eine Nervenwasseruntersuchung und eine Kernspinuntersuchung (MRT) umfasst, abklären. „Bei einer Erkrankung zeigen sich häufig charakteristische Befunde im Nervenwasser und im MRT“, erläutert Dr. Guldner. Die Gefahr an Alzheimer zu erkranken, steigt mit dem Alter, wobei aber auch eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen kann. Die meisten Alzheimerkranken sind bei über 65-Jährigen zu finden, wobei die Krankheit häufig erst im Alter von über 80 Jahren diagnostiziert wird. 
 
Moderne Therapieverfahren – Aktuelles aus der Demenzforschung
 
Bislang ist die Alzheimer-Krankheit nicht heilbar. Medikamente gegen die Krankheit können zwar die Symptome mildern, jedoch die Ursache nicht bekämpfen. Seit einigen Jahren werden Medikamente eingesetzt, die die Informationsübertragung der Nervenzellen im Gehirn verbessern. Die Patienten werden dadurch in der Gedächtnisfunktion gestärkt. Derzeit werden noch viele Medikamente getestet, aber es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis sie auf den Markt kommen, beispielsweise eine Impfung, die die Bildung von Plaques verhindern soll.
 
Rat und Hilfe für Familie und Angehörige
 
Die meisten Angehörigen warten sehr lange, bevor sie sich Rat und Hilfe holen. Denn für pflegende Angehörige und deren Familie ist es besonders wichtig, Kontakt zu Menschen zu haben, die sich mit der Krankheit auskennen. In Selbsthilfe- und Angehörigengruppen sowie den Beratungsstellen können sie so nicht nur ihre Erfahrungen mit anderen Betroffenen austauschen, sondern auch wertvolle Unterstützung im Umgang mit der Krankheitssituation erhalten.