02.04.2014

Parkinson besser therapieren


Erste Symptome rechtzeitig erkennen und erfolgreich behandeln

Moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Parkinson stehen u.a. im Mittelpunkt des Informationsabends am 10. April, 18 Uhr, im Krankenhaus Püttlingen. Neben den bisherigen Medikamenten gibt es inzwischen neue Behandlungsmethoden, die Dr. Helmut Jäger, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Püttlingen, den Besuchern erläutert. Darüber hinaus geht er auf erste Symptome der Krankheit ein – und wie man sie rechtzeitig erkennt.

Die Nervenkrankheit Parkinson trifft nicht nur Menschen jenseits des 60. Lebensjahres. Bei zehn Prozent der Betroffenen wird die Krankheit bereits im Alter um das 40. Lebensjahr diagnostiziert. Nach Angaben der Deutschen Parkinson Vereinigung  leiden in Deutschland schätzungsweise zwischen 240.000 und 280.000 Menschen an dieser Krankheit.

Ursachen von Parkinson
Parkinson ist eine Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn zerstört werden. Dabei handelt es sich um die Zellen, die den Botenstoff „Dopamin“ produzieren. Fehlt die richtige Menge dieses Botenstoffes (Neurotransmitter), werden die Bewegungen der Muskeln beeinflusst. Jedoch ist die Ursache für das Absterben der Dopamin produzierenden Zellen bislang noch nicht bekannt.

Typische Anzeichen rechtzeitig entdecken
Für Parkinson typische Symptome wie Zittern in einer Hand, eine gebeugte Körperhaltung und ein schlurfender Gang sind erste Anzeichen der Erkrankung. Auch eine steife Mimik oder eine kleiner werdende Schrift sowie eine langsame und leise Aussprache können Anzeichen der Schüttellähmung, wie Parkinson auch genannt wird, sein. Oft wird die Krankheit erst dann bemerkt, wenn z. B. ein Arm beim Laufen nicht mehr richtig mitschwingt. Aber auch Depressionen oder ein Rückzug aus dem sozialen Leben kommen bei Parkinson-Patienten häufig vor. Besonders tückisch ist, dass bei den Betroffenen Parkinson oft erst erkannt wird, wenn bereits 80 Prozent der Dopamin produzierenden Zellen im Gehirn abgestorben sind.

Moderne Medikamente – neue Therapien
Es gibt Medikamente, die das fehlende Dopamin ausgleichen können und im Körper eine ähnliche Wirkung haben bzw. im Organismus zu Dopamin umgewandelt werden. Diese Medikamente verlangsamen den Verlauf, aufgehalten werden kann die Krankheit aber leider nicht. Zudem besteht die Möglichkeit, operativ eine Stimulationselektrode in das Gehirn einzusetzen. Eine weitere Behandlungsmethode sind Nanopflaster, die am Körper getragen werden und Medikamente über die Haut weitergeben. Ergänzt wird die Therapie gerne durch eine physikalische Behandlung. So wirken sich Krankengymnastik, Sprach- und Schlucktherapie oftmals positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Dank neuester Computertechnik können die Bewegungsstörungen jetzt auch über einen längeren Zeitraum beurteilt werden. Das ermöglicht, die Medikamenteneinnahme besser zu steuern und den Patienten optimal einzustellen.
Weitere erfolgreiche Therapiemethoden sowie das bestmögliche Einstellen des Patienten auf Medikamente stellt Dr. Helmut Jäger im Rahmen der Patienten-Informationsreihe „Gesundheit erleben“ vor. Er freut sich auf einen spannenden Dialog mit allen Betroffenen und Interessierten.